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Ein alter Obstbaum ist mehr wert als die Zahl seiner Früchte

Streuobstwiesen verschwinden still und unbemerkt – ein Anlass für die Kreisverwaltung Ahrweiler als Untere Naturschutzbehörde, einige Hinweise zu veröffentlichen.
Die Grünlandflächen mit Margeriten und Glockenblumen, mit hochstämmigen, knorrigen Obstbäumen waren früher ein weit verbreiteter Bestandteil der hiesigen Kulturlandschaft. Heute gehören sie laut Bundesamt für Naturschutz zu den stark gefährdeten Biotoptypen.

Streuobstwiesen besitzen heute eine sehr geringe wirtschaftliche Bedeutung. Für die Obstproduktion wurden sie durch Intensivobstanlagen mit schwach wachsenden und schnell austauschbaren Obstbäumchen ersetzt.

In vielen Gegenden lösen sich die typischen Streuobstbänder um die Dörfer auch durch die Ausweisung von Neubaugebieten und intensivere Flächennutzungen der Landwirtschaft auf. Dabei verlieren seltene und geschützte Tierarten wie Buntspecht, Steinkauz und verschiedene Fledermausarten, die in den oft knorrigen und höhlenreichen Bäumen ihr Zuhause fanden, ihren Lebensraum.

Der Wert eines alten Obstbaumes erschöpft sich also nicht in der Zahl der Früchte, die er trägt. Jeder alte Obstbaum besitzt einen besonderen Wert als Lebensraum für seltene Arten. Er ist Bestandteil der hiesigen Kulturlandschaft, in der auch historische Nutzungsformen ihren Platz haben sollten.

Das Naturschutzrecht verbietet die Beseitigung von Streuobstbeständen. Das Roden einzelner Bäume, die streng geschützten Arten als Fortpflanzungs- oder Ruhestätte dienen, kann sogar eine Straftat darstellen.

In Waldorf hat die Ortsgemeinde gemeinsam mit der „Naturschutzgemeinschaft Vinxtbachtal“ einen Streuobstlehrpfad eröffnet.

Nähere Infos zum Thema gibt die Kreisverwaltung Ahrweiler unter Ruf 02641/975-233 oder-442.


Nachricht vom 11.6.09 01:14

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